Sensibilisierung der Gemeinschaft für den Verzicht auf die Exzision

Sensibilisierung der Gemeinschaft für den Verzicht auf die Exzision

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Weibliche Genitalverstümmelung (Female Genital Mutilation, FGM), auch bekannt als "Exzision", ist ein Verfahren, das die äußeren Genitalien von Frauen aus nicht-medizinischen Gründen verändert und beschädigt. Millionen von Frauen sind von dieser Praxis betroffen.

Mali ist durch eine der höchsten Prävalenzen dieser Praxis gekennzeichnet. Es wird geschätzt, dass 89% der malischen Frauen exzidiert wurden (Quelle: Unicef, 2018). Die Praxis ist tief in der Gemeinschaft und in den Bräuchen verwurzelt. Sie wird nach wie vor aus kulturellen, sozialen oder religiösen Gründen praktiziert. Darüber hinaus führt u.a. der Mangel an Informationen über die gesundheitlichen Folgen der Praxis dazu, dass sie weiterhin fortbesteht.

Deshalb ist es das Ziel des Projekts, eine Verhaltensänderung in der Bevölkerung anzuregen, indem Sensibiliserungssitzungen organisiert werden und über die physischen und psychischen Folgen informiert wird. Synergien zwischen Gesundheitsprogrammen und Sensibilisierungsaktivitäten zu dieser Praxis werden regelmäßig hergestellt. Einige Aufklärungsgespräche über Unterernährung oder die Gesundheit von Mutter und Kind können in der Tat gute Gelegenheiten bieten, das Thema der FGM anzusprechen. Beratungen in Gesundheitszentren können auch dazu beitragen, Komplikationen zu erkennen und Frauen, wenn sie dies wünschen, an geeignete Einrichtungen zu referieren. Daher werden Sitzungen für Frauen organisiert, aber auch und vor allem für einflussreiche Personen aus der Gemeinschaft, wie Dorfälteste, Matronen, traditionelle Beschneider.innen, religiöse Anführer, Lehrer, Gesundheits- und Sozialarbeiter und Großmütter, die oftmals eine zentrale Rolle in der Gemeinschaft spielen.

Die traditionellen Beschneider.innen werden alphabetisiert und in Gemeindefreiwillige und Helfer umgewandelt, um das Bewusstsein zu schärfen und über die Folgen der Praxis zu informieren. Im Jahr 2020 unterzeichneten drei Dörfer (Mamaribougou, Fariba et Kirina-Somonosso) offiziell eine Vereinbarung, diese Praxis aufzugeben. Dies fand im Anschluss an die Advocacy-Aktivitäten statt, die mit den Dorfbehörden durchgeführt wurden.

Zusätzlich wurden 1.105 Aufklärungsveranstaltungen durchgeführt (Aufklärungsvorträge, Videovorführungen, Hausbesuche, Ernährungsdemonstrationen usw.), von denen 42 von umgewandelten Beschneider.innen durchgeführt wurden.