Bekämpfung der weiblichen Genitalverstümmelung

Bekämpfung der weiblichen Genitalverstümmelung

  • Aktuell
  • AAB-FFL
  • Burkina Faso
  • 96.256 €

Gemäß der SIGI-Burkina Faso Country Study (2018) der OECD ist die Praxis trotz der Einführung des Gesetzes vom 13. November 1996 zur Bestrafung von FGM-Tätern in Burkina Faso nach wie vor weit verbreitet. Mehr als drei von fünf Frauen im gebärfähigen Alter geben an, exzidiert worden zu sein. Zwei von fünf Frauen sind schon vor dem Alter von 10 Jahren exzidiert worden.

Die Praxis der weiblichen Genitalverstümmelung (FGM) basiert auf einer überlieferten Tradition. Es ist eine gesellschaftlich vorgeschriebene Bestimmung. So führen die Familien die Praxis in der Überzeugung fort, dass die Gesellschaft dies von ihnen erwartet. Wenn sie diese soziale Regel nicht respektieren, erleiden sie soziale Sanktionen wie Marginalisierung, Ausschluss von der Ehe oder Verlust des sozialen Status.

Darüber hinaus wird die Exzision oft schon in sehr jungem Alter durchgeführt. Doch während einige Komplikationen sofort auftreten, können andere erst 15 Jahre später auftreten, zum Beispiel während der Geburt. Frauen, die nur wenige oder gar keine Informationen über die Exzision haben, stellen die Verbindung zur Exzision nicht her und stellen daher die Praxis nicht in Frage. Nur ein kollektives Bewusstsein ermöglicht eine Verhaltensänderung und somit den Verzicht auf diese Praxis. Um Frauen zu helfen, sich von den verursachten psychischen und physischen Traumata zu befreien, basiert das Projekt auf einem partizipativen Ansatz, der alle Akteure der Gesellschaft aktiv einbezieht:

  • Durch Aufklärungen in der Gemeinde über die Folgen der Exzision. Darüber hinaus erhalten die Lehrer Mitteilungen über die FGM-Module, die in den nationalen Lehrplan aufgenommen wurden, die sie an ihre Schüler weitergeben können.
  • Durch die Bereitstellung von (medizinischer und psychologischer) Betreuung für Frauen, die unter den Nachwirkungen der Exzision leiden. Sie werden an die Fondation Rama übergeben, die sich über ein Gutscheinsystem um die Reparation der Genitalien sorgt, falls dies von der Betroffenen erwünscht ist.
  • Indem wir Beschneider.innen ermutigen, einen anderen Karriereweg einzuschlagen. Zwanzig Ausbilder wurden zu Gemeindeleitern in ihren Gemeinden ausgebildet. Von ihnen haben 8 eine Finanzierungsvereinbarung für eine berufliche Umschulung erhalten.

Darüber hinaus wurden 2019 25 Gesundheitsfachkräfte in der Datenerfassung ausgebildet, die eine entscheidende Rolle bei der Bekämpfung der weiblichen Genitalverstümmelung spielt. Zudem haben 79 Frauen, die unter den Nachwirkungen der Exzision litten, die nötige Hilfe erhalten.